Tatort ... im Zweiten!

                                                      Tatort ... im Zweiten
 


Es ist Sonntagabend, kurz nach 20:00 Uhr, und endlich läuft wieder einmal ein "Tatort" aus Münster. Börne und Thiel als Schwulenpaar? Das scheint heiter zu werden. Es ist ein heißer Frühsommertag gewesen, und entsprechend leicht und luftig bekleidet liege ich auf der Couch.

Erst kann ich die plötzlich auftretenden Geräusche nicht recht orten. Stöhnt Börne da aus der Flimmerkiste oder ist es … Da! Ja, natürlich ist es eine Frau. Dieses Geräusch, dieses helle Lustfiepen, wie gut ich es doch kenne und wie sehr ich es liebe, es zu hören. Es ist kein langgezogenes Stöhnen wie ein „hmmmmmmm“ oder „ohhhhhhhhhhh“, sondern schnelles, kurzes „hi, hi, hi, hi, hi hi, … “.
Meine Entscheidung ist schnell gefallen. Her mit der Fernbedienung! Nadeschda und Alberich müssen schweigen, ich will die Unbekannte hören!

Obwohl ich in einem Apartmenthaus mit diversen Zweiraumwohnungen auf vier Etagen verteilt im zweiten Stock wohne, höre ich doch nur selten hemmungslose Sexgeräusche. Zuletzt heute vor einer Woche, ebenfalls am Sonntagabend zum "Tatort". Allerdings lediglich das rhythmische Quietschen eines Bettes hinten im Schlafzimmer. Jetzt aber höre ich sie klar und deutlich, die Lustgeräusche. Die Beteiligten müssen sich unmittelbar hinter der Wohnungstür im Flur befinden. Dass meine Hand ihren Weg in den Eingriff meiner hellblauen Boxershorts gefunden hat, ist meiner Neigung zum Voyeurismus geschuldet. Ich bin regelrecht elektrisiert! Fester wird mein Griff um meinen Stab, denn das Gestöhne erregt mich augenblicklich!

Zu meiner Überraschung jedoch endet es nach gut 30 Sekunden. Ich ziehe die Augenbrauen zusammen, denke, was soll das? Weiter! Ich höre eine Männerstimme. Die meines Nachbarn. Ein stämmiger Kerl, ich schätze ihn ein paar Jahre jünger als ich, mit dem ich allerdings nur wenig Kontakt habe. Wir gehen unserer Wege und unsere Kommunikation ist eher zufälliger Natur. Als jedoch kurz darauf das kurze, stoßartige Gestöhne wieder einsetzt, ist mir klar, dass ein höchst verdorbenes Spiel im Gange ist, und ich stehe langsam und sehr neugierig geworden auf, gehe barfuß zu meiner Wohnungstür, schaue durch den Spion … alles dunkel im Treppenhaus … öffne die Tür und schaue hinaus. Doch nicht das was ich sehe, lässt meinen Schwanz hart werden, sondern das, was ich höre! Die Frau muss unmittelbar hinter der Wohnungstür des Nachbarn im Flur stehen und lustvoll behandelt werden.

Doch wie und ... womit? Vögelt er sie? Im Stehen, oder liegt sie auf dem Teppich? Kniet sie gar, und er behandelt sie von hinten? Oder ist seine Zunge im Einsatz? Ihren Lustgeräuschen nach zu urteilen kommt nur ein Schluss in Betracht: Er fingert sie!
Zu meiner Bestürzung aber stoppt er erneut in dem Moment mit seinem Spiel. Mist, denke ich, und überlege, ob ich nicht schnell wieder meine Türe schließen soll. Doch etwas lässt mich verharren, ja, lässt mich sogar näher treten, an die Wohnungstür des Nachbarn heran. Denn nun kann ich IHRE Stimme hören: „Schurke!“, ruft sie keuchend. Und als hätte der Nachbar nur darauf gewartet, setzt er seine Behandlung fort. Wieder keucht sie hektisch auf. Und ich? Ich onaniere! Gott, wie schamlos! Wie versaut! Wie erregend! Ich werde so geil wie schon ewig nicht mehr! Hart lugt mein Schwanz durch den Boxershortsschlitz hervor, steht kerzengrade, ganz nahe stehe ich vor der Wohnungstür und lausche.

Mein Kopfkino rattert wie verrückt. Wie sieht die Frau aus? Was hat sie an? Ist sie nackt? Leicht bekleidet? Trägt sie ein hauchzartes, schwarzes Negligee mit Spitzenbesatz, oder ein luftiges, dünnes Sommerkleidchen? Oder hat er ihr ein kurzes, enges Röckchen hochgeschoben? Mit Sicherheit steht sie breitbeinig, denke ich, bietet sich an, giert!
Die Vorstellung erregt mich grenzenlos und ich kann nicht anders ... muss mich mit fester Hand weiter reiben, muss wichsen. Hier! Jetzt!

„Jaaaaaa! Knete mir die Titten! Du gemeiner Schurke!“, höre ich sie plötzlich, und im letzten Moment, kurz vor dem point of no return, schaffe ich es, mir mit geübtem Griff meine plötzliche Entladung selbst zu verhindern. Zumal als er antwortet: „Oh ja, du hast so geile Dinger, Süße!“, denke ich, dass dies genau meine Worte hätten sein können, und werde noch erregter, noch rattiger, noch gieriger!

Dann wieder Pause, leises Wimmern ihrerseits. Erneut ihr „Schurke!“, dann geht’s sofort weiter. Mir ist, als könnte ich die Nässe ihrer Möse hören! Muss mich ernsthaft zügeln, nicht auf der Stelle loszuspritzen. Doch dann … es müssen gut ein Dutzend „Schurken!“ gewesen sein, sein keuchender, strenger Befehl: „Und jetzt … komm du Luder! Spritz! Und sag es, dass ich alles schaffe, was ich will! Selbst, dass du zwölfmal das Wort Schurke benutzt!“

Und mitten hinein in ihren animalisch geschrienen Orgasmus, entlade auch ich mich. Auf die Fliesen des Treppenhauses. Ich pumpe, keuche, reibe weiter, immer weiter, und  sein: „Und jetzt ab mit dir! Aufs Bett! Jetzt bist du dran, du Gierschlampe!“, lässt mich fast ein zweites Mal spritzen.
Zu gerne wäre auch ich nun mitgegangen, hätte mich still auf einen Sessel gesetzt, zugeschaut. Oder besser noch - der Voyeurist in mir mag es gerne heimlich – irgendwo im Zimmer  verborgen.

Ich höre, wie eine Tür ins Schloss fällt und ahne, dass es mehr nun nicht für mich zu hören geben wird. Für mein Kopfkino allerdings reicht dieses Geräusch erneut aus. Zerrt der Nachbar sie ins Schlafzimmer? Wirft er sie aufs Bett? Spreizt ihr entschieden und rücksichtslos mit festem Griff die Beine und dringt mit einem einzigen Ruck in sie ein? Oder nimmt er sie kurzentschlossen im Stehen von hinten, während sie auf dem Bett, nah der Kante, kniet, seine kräftigen Hände ihre Hüften zu ihm heran ziehen? Sie gnadenlos und hart durchvögelt?
Schon höre ich im Geiste ihr: "Fick mich durch mit deinem dicken, harten Schwanz, du Mistkerl!", und stöhne innerlich auf. Gott, wie geil! Was für ein Geschenk, was für ein Erlebnis für mich!

Leise schleiche ich mich zurück in meiner Wohnung, schwanzausderhosebaumelnderweise, warte noch ein Weilchen, bevor ich mit einer Rolle Zellstofftücher zurückkehre an … den Tatort.




© Bernd Walhorn, Juni 2015

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